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Der Baikalsee |
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![]() Der Baikalsee ist in vielerlei Hinsicht ein Superlativ: Er ist der tiefste See der Erde mit 1637 m Wassertiefe. Er enthält ein Fünftel der Süsswasserreserven auf der ganzen Erde. Die Wassermenge im Baikalsee ist doppelt so gross wie in der Ostsee und entspricht in etwa der Wassermenge der 5 Grossen Seen in Nordamerika zusammengenommen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit ist der Baikalsee auch der älteste See der Erde und ohne die am Grund abgelagerten Sedimente wäre er mehrere Kilometer tief. Die Entstehung des Baikalsees beruht auf der tektonischen Verschiebung der Kontinentalplatten, wobei der See immer noch jedes Jahr ein bisschen tiefer und breiter wird und im Gegensatz zu vielen anderen Seen auf der Erde nicht zu verlanden droht. 336 Zuflüsse speisen den Baikalsee,
und um das Wasser einmal auszutauschen benötigt es mehrere tausend Jahre.
Würde man den Baikalsee mit allen Flüssen der ganzen Erde speisen, so
bräuchte es etwa ein Jahr, um sein Becken zu füllen. Für den Namen Baikalsee gibt es verschiedene Übersetzungen. Die am häufigsten genannte ist "Baj-kul", was übersetzt "Reicher See" bedeutet. Für die Burjaten ist der Baikalsee das
"heilige Meer" Sibiriens. Viele heilige Stätten rund um den Baikalsee
zeugen von der grossen Bedeutung im religiösen Leben. Noch immer verehren
die Menschen an verschiedenen Stellen ihre Götter, wobei besonders Burkhan,
dem Hauptgott der Burjaten, gehuldigt wird. Geschichte: Ursprünglich wurde das Gebiet am Baikalsee hauptsächlich von den Burjaten besiedelt, die zu den mongolischen Völkern gezählt werden. Viele Kultstätten zeugen rund um den Baikalsee von der uralten Schamanen-Kultur, die sich im Laufe der Zeit mit den Einflüssen von Buddhismus und Christentum vermischt hat. Besonders die Insel Olchon gilt als heilige Stätte des Schamanismus und man weiss heute, dass hier ein Zentrum der burjatischen Religiösität lag. Die Insel Olchon ist die grösste von über 25 Inseln im Baikalsee und auf ihr leben rund 1500 Menschen. Der Baikalsee wurde erst im 17. Jahrhundert von den Russen entdeckt und in der Folgezeit wurden Teile des Gebietes rasch erschlossen. Besonders durch die Verbannung von Gegnern der russischen Zaren aus dem Westen nach Sibirien wurde die Gegend von Intelektuellen besiedelt, die aus der anfangs kleinen Stadt Irkutsk schnell ein wichtiges Zentrum machten und dadurch die industrielle Erschliessung Sibiriens beschleunigten. Besondere Bedeutung erlangte Irkutsk und das Baikalsee-Gebiet dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Bau der Transsibirischen Eisenbahn, die Moskau und St. Petersburg mit dem Pazifischen Ozean und bald darauf mit China verbinden sollte. Nach Novosibirsk wurde Irkutsk der wichtigste Handelsort im Osten und gilt noch heute als die Hauptstadt Ost-Sibiriens. Heute leben mehr Russen und sonstige zugewanderte Volksgruppen in Irkutsk als die einheimischen Burjaten. In vielen kleineren Orten und auch in der östlich des Baikalsees gelegenen Stadt Ulan-Ude ist dagegen der Anteil der burjatischen Bevölkerung überwiegend. Diese Gebiete sind auch stärker durch den Buddhismus und durch die alte Schamanenkultur geprägt. Das Ökosystem Baikalsee: Besonders die Flora und Fauna am Baikalsee sind einzigartig und an keiner anderen Stelle der Erde kann man so viele endemische Arten antreffen wie hier. Endemisch bedeutet, dass eine Art nur an einem bestimmten Ort vorkommt. Von den über 1500 Tierarten sind mindestens die Hälfte endemisch und bei den 2000 Pflanzenarten ist der Anteil ebenfalls sehr hoch. Der bekannteste Vertreter der endemischen Arten ist die Baikalrobbe, die von den Einheimischen "Nerpa" genannt wird. Sie gilt als die einzige Süsswasser-Robbe, und man vermutet, dass die Tiere über den Abfluss des Baikalsees, die Angara und den Jenisseij, vor Urzeiten aus dem Nordmeer hierher gelangt sind. Wie dabei die Umstellung vom Salzwasser des Polarmeeres auf das Süsswasser stattfand, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Weitere bekannte endemische Arten sind der Omul, ein zur Gattung der Lachse gehörender Fisch, der wegen seiner Eigenschaft als vorzüglicher Speisefisch zum Lebensunterhalt vieler Fischer beiträgt. Ebenso wird der endemische Ölfisch, der in der Tiefe bei niedrigen Wassertemperaturen lebt, gefangen und industriell verwertet. Der Baikalsee verfügt über einen sehr ausgeprägten Selbstreinigungs-Mechanismus, da unzählige Kleinstlebewesen das Wasser von Verunreinigungen und Verschmutzungen befreien. Dadurch ist der Baikalsee in weiten Teilen extrem sauber und das Wasser hat an den meisten Stellen sogar Trinkwassserqualität. Es wird in Flaschen abgefüllt und als Trinkwasser über die Grenzen Russlands hinweg verkauft. Die Sichttiefe im Baikalsee beträgt bis über 40 Meter, was eine einzigartige Pflanzenwelt ermöglicht.
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